Von Herzen geben. Gewaltfrei miteinander leben

Freude am einfühlsamen Geben und Nehmen entspricht dem menschlichen Wesen. Die Fähigkeit zur friedvollen Sprache, zur gewaltfreien Kommunikation (nach Rosenberg), ebenso das aktive Sprechen und Zuhören, wie das Einfühlungsvermögen sind grundlegende Aspekte eines friedlichen Zusammenlebens. Das Erlernen ist ein Prozess, den Menschen in Beziehung gestalten und stetig daran arbeiten. 

Grundlegend ist es Zeit alte Gewohnheiten zu verändern, automatische Reaktionen weichen dann den bewussten Antworten und die in Beziehung Stehenden schulen ihren Fokus. Ihre Bedürfnisse zu erkennen, sie zu artikulieren, sie gegenseitig anzuerkennen und somit den gegenseitigen Bedürfnissen auf die Spur zu kommen. Die anzustrebende Form ist es im Konsens zu handeln, weil Kompromisse oft wieder zu Konflikten führen. Ein konkretes Anwendungsbeispiel ist das systemische Konsensieren, in dem alle Widerstände inkluidert werden, bis die Menschen der Nachbarschaft mit dem Ausgang zufrieden sind. Die Handlungsweisen werden zum Wohlergehen des Menschen beitragen. In dem Nachbar: innen in der Freude des Gebens sind, bereichern sie das Leben der anderen bewusst. 

Der Prozess der Gewaltfreien Kommunikation (GFK)

Prinzipiell braucht niemand in der GFK ausgebildet zu sein, um sie anzuwenden. Entscheidet sich eine Einzelperson bewusst auf ihrem Weg zu gehen, dann nimmt sie Gesprächspartner: innen automatisch mit auf den Weg. 

Die vier Komponenten der GFK sind:

  • Beobachtungen
  • Gefühle
  • Bedürfnisse
  • Bitten 

Der erste Schritt ist die Beobachtung einer Situation, eines Prozesses, eines Diskurses, ohne sofort zu bewerten und zu beurteilen. Diese zu beschreiben und dabei mitzuteilen, was sie auslöst. Daraus ergibt sich schon die Gefühlsebene, auf der der: die Sprechende:e  offenbart dabei, wie er sich in dieser Situation fühlt. Um das zu können, braucht es das Einfühlungsvermögen für sich selbst und auch die Kompetenz eigene Gefühle adäquat zu benennen. Die dritte Komponente ist die der Bedürfnisse, hier werden Bedürfnisse, die hinter dem Gefühl stehen ausgesprochen. Oftmals vermögen Menschen nur jenes, dass sie nicht wollen zu artikulieren, haben jedoch noch keine Erfahrung damit, was sie möchten und wollen. Im Vertrauen in den Prozess wird es hier eine Veränderung geben. Wurde das Bedürfnis erkannt, wird eine positiv formulierte Bitte, sehr konkret ausgesprochen. 

Mit diesen vier Komponenten lassen sich zwei Teile der GFK erkennen:

  1. Mit Hilfe der Komponenten ehrlich ausdrücken.
  2. Mit Hilfe der vier Komponenten empathisch zuhören.

Durch die Gewaltfreie Kommunikation entfaltet sich das natürliche Einfühlungsvermögen.  Sie leitet zu einem intensiven Zuhören, Respekt und Empathie an, und sie erzeugt einen beidseitigen Wunsch, von Herzen zu geben.  Diese Form der Kommunikation bewirkt mit sich selbst einfühlsamer umzugehen, sich mit anderen zu vertiefen und Kontakte aufzubauen. Diese Sprache bringt die Menschen dazu persönliche Verantwortung zu übernehmen. Im eigenen Veränderungsspektrum zu beginnen, dann wird sich auch das Außen verändern können.